02.07.2005
Braunschweig, Schuntille
Konzerbericht:
"Mein erstes Mal" oder "Wie konnte es nur soweit kommen"
Zuerst einmal ein wenig Vorgeschichte: Vor knapp 35tausend Jahren hatte
ich zusammen mit Tom am Schlagzeug eine Band, wen's interessiert,
Please Panic! hieß der Verein (das schreibe ich vor allem, damit
vielleicht doch mal eine Suchmaschine drüber stolpert). Regional war's
recht erfolgreich, aber wie's so ist, irgendwann löste sich die Band auf
und wir verloren uns aus den Augen.
Vor etwas über einem Jahr dann bekam ich eine eMail von Tom, eine Einladung
zu seinem Geburtstag. Habe ich mich sehr drüber gefreut, es kam außer zu einer
netten Feier zu dem üblichen Fragespielchen: "Und was machst du so
musikalisch derzeit?" Meine Auskunft lautete "nix gerade", und Tom Antwort
lautete: Ich spiele bei "Still Ten Days", ist so Schweinerock/punk/pop ...
Aha.
Irgendwann dann im März dieses Jahres bekam ich von Tom eine Mail mit dem
Betreff "Bassmann gesucht".
Schluck!
Wir verabredeten ein erstes "Beschnuppern", bei dem ich auch Peter und Kai
kennen lernen sollte. Ich war am Morgen des Vorspielens so aufgeregt, dass
ich beim Abbauen meines Bassverstärkers stolperte und mich der Bassturm
komplett unter sich begrub. Wer schon einmal die Freude hatte, das Ding auf
die Bühne zu schleppen (Hi an Nilsson und Graui), der ahnt, wie nett und
kuschelig das unter dem Trümmer ist. Egal, mit einigen blauen Flecken fuhr
ich dann also in den Proberaum im Schimmelhof.
Zuerst war nur Tom da, und ich hatte ein echtes deja vu, Tom hinter dem
Schlagzeug zu sehen, nur irgendwie stimmte die Haarlänge nicht. Wird ihm
ähnlich gegangen sein :-) ...
Als dann Peter und Kai auch eintrafen, konnten wir uns auf die vereinbarten
Song stürzen. Ich war erstaunt, wie leicht das ging, wie gut das gleich
passte. Bei den folgenden Probeterminen fühlte ich mich dann aber doch ein
wenig überfordert, zu viele Songs, die ich vorher noch nie gehört hatte,
einen nach dem anderen probten wir, irgendwann konnte ich die Songs nicht
mehr auseinander halten.
Aber auch diese Hürde nahmen wir, und nach einem Monat proben beschlossen
wir, meine "Testphase" zu beenden mit einer Vollmitgliedschaft, nu war ich
also auch ein "Stilltendayer" aka "Daisy" :-)
Der erste Auftritt dann ein wenig überraschend nach nur 4 Monaten, ich
fand's ein wenig gewagt, aber Peter und Kai beruhigten mich, wird schon
gehen und es werden auch nicht soooooo viele Leute sein. Nun ja, also
kopfüber ins kalte Wasser, eine dreiviertel Stunde bekommen wir schon
irgendwie zusammen.
Am 02.07.2005 sollte es also passieren, mein erstes Mal mit Still10Days auf
der Bühne, bei dem Abschlusskonzert der Campuswoche auf dem Gelände vom
Schunterwohnheim. Tom und ich trafen uns um 14 Uhr zusammen mit Graui
und Nilsson im Proberaum, unsere beiden Großkombies schluckten in kürzester
Zeit die gesamte Technik, die der gemeine Musiker so zum Wohlfühlen braucht.
Beim Schunterwohnheim angekommen, fanden wir eine ordentlich groß Bühne
auf der Wiese zwischen den Häusern vor, wo wir dann auch gleich mit dem
Aufbau anfingen. Vor uns spielten noch Tchi und Benz Laden, ich hatte also
genügend Zeit, mich vor dem Auftritt zu fürchten. Peter und Kai trudelten
dann auch so langsam ein, und gemeinsam bekämpften wir mein drohendes
Lampenfieber vor dem ersten Mal mit 2 bis 3 geschickt platzierten Bierchen,
das war also kein Problem.
Bevor es auf die Bühne ging, gab's erst einmal noch kurze Diskussionen um
kleine weiße Hemdchen, deren Tragen ich aus Gründen der Eitelkeit strikt
ablehnte. Ich glaube, Peter schwante da das erste Mal, was er sich mit
mir eingefangen hat ;-)
Aber auch ich musste über Peter einiges beim Auftritt lernen: HimmeldieBerge,
was ein geiler Frontman, Hut ab! Show machen kann er, unglaublich! Tom gab
am Schlagzeug alles, Kai hatte ein wenig Pech, als erst das Effektgerät und
dann eine Gitarrensaite die Füße streckten, aber zumindest eine Ersatzgitarre
war ja greifbar. Der Bühnensound hätte ein wenig besser sein können, aber
es war alles zu hören, es gab wenig Patzer, das Publikum ging für einen
Nachmittag ordentlich mit und somit war der Auftritt aus meiner Sicht eine
wirklich gelungene Sache.
Ok, vielleicht bis auf die Zugabe, die es dann mehr aus Versehen doch nicht
gab. Ich wollte nur gerade am Verstärker vor dem letztem Lied noch was
einstellen, drehe mich wieder um, und stehe alleine auf der Bühne!
Upps!
Als ich dann auch eiligst von der Bühne hüpfte, bekam der Tontechniker das
wohl in den falschen Hals und spielte schnell Musik.
So war mein erstes Mal kürzer als gedacht, aber das soll ja anderen auch
passieren, munkelt man...
Martin